Gemeinsam für sichere Software an Schulen

Bündnis für sichere Software an Schulen

Gemeinsam für sichere Software an Schulen

Die Gesellschaft für digitale Ethik unterstützt die gemeinsame Stellungnahme des breiten Bündnisses von Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Verbänden und Vereinen in Baden-Württemberg gegen die Einführung datenschutzrechtlich fragwürdiger Software an Schulen.

Vor einigen Monaten haben wir begonnen, auf der Seite meinedaten-meinerechte.de Informationen, Hintergründe und Berichte rund um den Einsatz von Software an Schulen zu sammeln. Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie diese Tools eingesetzt werden können, ohne die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu verletzen. Vor allem der Einsatz US-amerikanischer Software ist aus Sicht des Datenschutzes aktuell mehr als fragwürdig. Es gibt keine Absicherung gegen Zugriffe US-amerikanischer Ermittlungsbehörden auf Daten, die von Unternehmen aus den USA verarbeitet werden. Dabei spielt es keine Rolle, wo sich ein Server befindet, auf dem Daten gespeichert sind. Der Zugriff ist auch möglich, wenn die Server in einem Land der EU stehen (anders als vielfach immer wieder behauptet wird).

Die Daten von Kindern und Jugendlichen genießen einen besonders hohen Schutz. An der Schule fallen eine Vielzahl sensibler Daten an, z.B. über die Gesundheit des Kindes, weltanschauliche und religiöse Informationen, sowie Details aus dem privaten Umfeld der Kinder. Eine Software für Schulen muss deswegen einem enorm hohen Datenschutzniveau entsprechen. Bei den vielen offenen Fragen, die der Datenaustausch zwischen der EU und den USA aktuell aufwirft, können US-amerikanische Anbieter dafür deswegen aktuell nicht in Frage kommen. Betrachtet man die Vielzahl an Tools und Lösungen für Schulen, die dem Datenschutzniveau der Europäischen Union entsprechen, besteht darüber hinaus keine Not, rechtlich fragwürdige Alternativen einzusetzen.

In Politik und Verwaltung scheinen diese Überlegungen noch nicht angekommen zu sein. Das Kultusministerium Baden-Württemberg plant noch immer die großflächige Einführung von Microsoft 365 an Schulen. Doch dagegen regt sich seit vergangenem Sommer lauter Protest. Ein in dieser Geschlossenheit noch nie dagewesenes Bündnis aus Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Verbänden und Organisationen fordert das Kultusministerium jetzt dazu auf, von diesen Plänen Abstand zu nehmen und stattdessen auf vorhandene datenschutzkonforme und freie Software an Schulen zu setzen.

In der gemeinsamen Stellungnahme fordern wir:

  • Digitale Souveränität
  • Nutzung vorhandener, freier Software
  • Einhaltung des Datenschutzes
  • Wahrung des Schulfriedens
  • Erziehung zur digitalen Mündigkeit

Der Text der Stellungnahme findet sich unter www.unsere-digitale.schule

Inga Klas, 13.01.2021

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